"Y-Kollektiv: Menschen mästen – Fetisch oder Gefahr?"
Er füttert – sie muss essen. Häufig sollen sie über 8.000 Kalorien am Tag zu sich nehmen, um eine maximale Gewichtszunahme zu erreichen. "Y-Kollektiv"-Reporterin Carolin von der Groeben findet heraus: Das soll der beidseitigen Befriedigung dienen. Oft werden die Videos und Fotos in der sogenannten "Feeding"-Szene online gestellt. Sie fragt: Wo ist die Grenze zwischen einvernehmlichem Fetisch und gefährlicher Manipulation?
Carolin von der Groeben taucht dafür ein in eine Welt, in der sich alles nur um Essen zu drehen scheint. Sie trifft eine Frau, die sich über Monate von einem Mann füttern ließ – der offenbar das Ziel verfolgte, sie bis zur Immobilität zu mästen. Und sie trifft einen sogenannten „Feeder“, der Frauen füttern will. Die "Y-Kollektiv"-Reportage beleuchtet die gefährlichen Dynamiken und Abhängigkeiten.
"Y-Kollektiv: Menschen mästen – Fetisch oder Gefahr?" ist ab 17. März in der ARD Mediathek zu sehen.
"Y-Kollektiv: Menschen mästen – Fetisch oder Gefahr?
Auf speziellen Internetplattformen treffen sich Feeder und Feedies. Eine von ihnen war Veronika, die jahrelang in der Feeder-Szene gefangen war und heute mit den gesundheitlichen und emotionalen Folgen dieser Erfahrung zu kämpfen hat. Sie berichtet von ihrem Einstieg in die Szene, als sie sich von einem Feeder zu extremem Zunehmen überreden ließ, in der Hoffnung, Liebe und Zuneigung zu erfahren. Doch die Kehrseite der Medaille war eine dramatische Gewichtszunahme und gesundheitliche Schäden, die sie bis heute begleiten.

Neben Veronika trifft die Reporterin Carolin von der Groeben auch auf andere Frauen, die berichten, wie derselbe Mann sie dazu gebracht hat, Videos von sich beim Essen zu machen und diese online zu verkaufen – im Austausch für die vermeintliche Zuneigung. Die Schicksale werfen eine wichtige Frage auf: Wo endet der Fetisch und wo beginnt die Körperverletzung?
Carolin von der Groeben begleitet einen Feeder, der seine Partnerin mit extrem kalorienreichen Nahrungsmitteln füttert, und erfährt hautnah, wie diese Fetisch-Dynamik funktioniert. Der Film gibt einen erschreckenden Einblick in die Welt von Feeder-Beziehungen, in denen die Grenze zwischen einvernehmlichem Fetisch und schädlicher Manipulation überschritten wird. Wie viel Verantwortung tragen die Menschen in der Feeder-Szene für die gesundheitlichen Schäden, die sie verursachen? Was bedeutet es, wenn Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um einem Fetisch zu dienen? Und wo ist die Grenze zwischen einvernehmlichem Fetisch und schädlicher Manipulation?
"Y-Kollektiv: Menschen mästen – Fetisch oder Gefahr?" ist eine Produktion der Sendefähig im Auftrag von Radio Bremen (Redaktion Michaela Herold) für die ARD Mediathek 2025.
Y-Kollektiv
2016 startete das "Y-Kollektiv" als Format von Radio Bremen und funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF: Journalismus auf YouTube, junge Journalistinnen und Journalisten der Generation Y erzählen die Welt, wie sie sie sehen. Im Laufe der Jahre hat sich das "Y-Kollektiv“ mit über eine Million Abonnentinnen und Abonnenten bei YouTube und über 100.000 Followern bei Instagram eine beachtliche Community aufgebaut. Die liebt die klare, offene Herangehensweise des Kollektivs, die Nähe und Bereitschaft zur Diskussion.
Mit "Rabiat by Y-Kollektiv" machte Radio Bremen 2018 den Schritt ins Erste und in die Mediathek. Mittlerweile sind acht Landesrundfunkanstalten Teil des Y-Kollektivs. Seit Januar 2024 erscheinen alle Reportagen des Y-Kollektivs zuerst und prominent in der ARD Mediathek.
